Ein Unternehmenskauf ist kein einzelner Vertragsabschluss, sondern ein Prozess über Monate. Wer ihn ohne Struktur angeht, verliert Zeit, Verhandlungsmacht und im schlimmsten Fall Geld an übersehene Risiken. Diese Checkliste bündelt die zehn Schritte einer Übernahme in Österreich — mit den entscheidenden Prüfpunkten je Phase.
Die 10 Schritte im Überblick
Schritt 1–2: Ziel definieren und suchen
Bevor die Suche beginnt, braucht es ein klares Profil: Branche, Unternehmensgröße, Region und das verfügbare Budget inklusive Finanzierungsrahmen. Erst dann lohnt die Suche — über Nachfolgebörsen wie die WKO-Nachfolgebörse oder nexxt-change, über M&A-Berater oder die Direktansprache geeigneter Betriebe. Den strukturierten Ablauf zeigt Unternehmen kaufen — Schritt für Schritt.
Schritt 3–4: NDA und LOI
Sobald ein Zielunternehmen identifiziert ist, regelt eine Geheimhaltungsvereinbarung (NDA) den Austausch erster vertraulicher Zahlen. Passen die Eckdaten, folgt die Absichtserklärung (Letter of Intent, LOI): Sie hält den groben Kaufpreisrahmen, die Struktur und meist eine Exklusivitätsfrist fest, ist aber in der Regel noch nicht bindend für den Kauf selbst.
Schritt 5: Due Diligence
Das Herzstück. Die Due Diligence prüft das Unternehmen systematisch in sechs Feldern — Financial, Tax, Legal, Commercial, HR und IT/Tech. Sie dauert bei einem KMU vier bis acht Wochen und kostet bei einem Kaufpreis unter 5 Mio. Euro grob 15.000 bis 30.000 Euro. Ziel: versteckte Risiken finden, bevor sie zu den eigenen werden. Details in der Due Diligence beim Unternehmenskauf.
Schritt 6–7: Bewertung, Verhandlung, Finanzierung
Aus der Due Diligence ergeben sich Kaufpreisanpassungen und Garantieforderungen. Die Bewertung stützt sich meist auf das Ertragswert- oder Multiplikatorverfahren — wie das funktioniert, zeigt Firmenwert berechnen. Die Finanzierung kombiniert Eigenkapital, einen Bankkredit mit aws-Garantie, Verkäuferdarlehen und gegebenenfalls Mezzanin; den Bauplan liefert Unternehmenskauf finanzieren.
Schritt 8: Kaufvertrag — Asset oder Share Deal
Die Strukturentscheidung bestimmt Steuer und Haftung. Beim Asset Deal kauft man einzelne Wirtschaftsgüter (Firmenwert abschreibbar, aber Erwerberhaftung nach §38 UGB und §1409 ABGB), beim Share Deal die Anteile (keine Erwerberhaftung, dafür alle Altlasten in der Gesellschaft, plus Grunderwerbsteuer ab 75 % bei Liegenschaftsvermögen). Der vollständige Vergleich: Asset Deal vs. Share Deal.
Schritt 9–10: Closing und Integration
Beim Signing wird der Kaufvertrag unterzeichnet, beim Closing gehen Kaufpreis und Unternehmen über — oft getrennt, weil Bedingungen wie Finanzierungszusage oder behördliche Freigaben zwischen beiden erfüllt sein müssen. Vor dem Closing gehören Rückstandsabfragen bei Finanzamt und SV-Träger eingeholt. Danach beginnt die eigentliche Arbeit: die Integration. Die Arbeitsverhältnisse gehen nach AVRAG automatisch über, und die Digitalisierung des übernommenen Betriebs entscheidet über den Erfolg der ersten 100 Tage.
OptimusFlow begleitet Übernahmen an der digitalen Schnittstelle: digitale Due Diligence vor dem Kauf, Prozess- und KI-Integration danach. Mehr auf unserer Seite zur Unternehmensnachfolge-Beratung und zur digitalen Due Diligence.
Häufige Fragen
Wie läuft ein Unternehmenskauf ab?
In zehn Schritten: Zieldefinition, Suche, Sondierung mit Geheimhaltungsvereinbarung, Absichtserklärung (LOI), Due Diligence, Bewertung und Kaufpreisverhandlung, Finanzierung, Kaufvertrag (Asset oder Share Deal), Signing und Closing sowie die Integration danach. Der gesamte Prozess dauert meist mehrere Monate.
Was gehört in eine Unternehmenskauf-Checkliste?
Pro Phase die entscheidenden Prüfpunkte: klares Suchprofil, NDA vor Zahlenaustausch, LOI mit Exklusivität, Due Diligence in sechs Feldern, realistische Bewertung, gesicherte Finanzierung mit aws-Garantie, die Asset-vs-Share-Deal-Entscheidung, Rückstandsabfragen vor dem Closing und ein Integrationsplan.
Wie lange dauert ein Unternehmenskauf?
Bei einem KMU meist drei bis neun Monate. Allein die Due Diligence nimmt vier bis acht Wochen in Anspruch, hinzu kommen Suche, Verhandlung, Finanzierungszusage und die vertragliche Gestaltung. Eine saubere Vorbereitung verkürzt den Prozess und senkt das Risiko.
Was ist der wichtigste Schritt beim Unternehmenskauf?
Die Due Diligence. Sie deckt versteckte Risiken auf, bevor sie zu den eigenen werden, und liefert die Grundlage für Kaufpreisanpassung und Garantieforderungen. Wer hier spart, zahlt oft später deutlich mehr.
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