n8n, Make oder Zapier — drei Plattformen, die alle dasselbe versprechen: Prozesse automatisieren, ohne dafür eine Softwareabteilung zu brauchen.
Die kurze Antwort vorweg: Es gibt keinen Gewinner. Es gibt drei Plattformen für drei verschiedene Arten von Betrieb. Wer das falsche Tool wählt, zahlt das nicht beim Einstiegspreis — sondern ein Jahr später, wenn die Automatisierung läuft und die Rechnung das Dreifache des Erwarteten zeigt.
Dieser Artikel zeigt euch die echten Unterschiede: wie abgerechnet wird, was DSGVO bedeutet, und welche Plattform zu welcher Betriebsgröße passt.
Stand: Mai 2026 — Preise und Pläne der Anbieter ändern sich; vor einer Kaufentscheidung die aktuelle Preisseite des Anbieters prüfen.
Was unterscheidet n8n, Make und Zapier überhaupt?
Der wichtigste Unterschied ist nicht die Funktion — alle drei verbinden Apps und automatisieren Abläufe. Der Unterschied ist, wie sie abrechnen und wie viel technische Tiefe sie zulassen.
Zapier ist die einsteigerfreundlichste Plattform. Lineare Abläufe nach dem Muster „Wenn X passiert, mache Y", aufgebaut in Minuten, ohne technische Kenntnisse. Das größte App-Ökosystem aller drei (6.000 bis 7.000+ Integrationen).
Make (früher Integromat) ist ein visueller Baukasten: Ihr zieht Module auf eine Arbeitsfläche und verbindet sie. Mehr Leistung für verzweigte, bedingte Abläufe als Zapier — ohne dass ihr programmieren müsst. Rund 1.500 Integrationen.
n8n ist die technischste Plattform. Low-Code bis Full-Code: Ihr könnt JavaScript und Python direkt in den Abläufen ausführen, eigene Datenbanken anbinden, komplexe Logik bauen. Und als einzige der drei lässt n8n sich auf eurem eigenen Server betreiben.
Die drei rechnen unterschiedlich ab — und genau das ist der Punkt, der die Realkosten bestimmt:
- n8n zählt Workflow-Executions — ein kompletter Durchlauf, egal aus wie vielen Schritten er besteht.
- Make zählt Operations — jeder einzelne Schritt im Ablauf zählt.
- Zapier zählt Tasks — ebenfalls jeder einzelne Schritt.
Ein Ablauf mit zehn Schritten, der 1.000-mal im Monat läuft, kostet bei n8n 1.000 Executions — bei Make und Zapier 10.000 Operations beziehungsweise Tasks. Bei einfachen Abläufen fällt das kaum auf. Bei komplexen Workflows entscheidet es über die Rechnung.
Was kosten n8n, Make und Zapier 2026?
Hier die Einstiegs- und Skalierungspläne. Die Preise sind nicht direkt vergleichbar, weil die Abrechnungseinheit (Executions vs. Operations vs. Tasks) eine andere ist — das ist der wichtigste Punkt beim Lesen dieser Tabelle.
Plattform: n8n · Free-Tier: Nein (14-Tage-Test) · Bezahlter Einstieg: €20/Monat — 2.500 Executions · Mittlerer Plan: €50/Monat — 10.000 Executions · Abrechnung: pro Workflow-Execution
Plattform: Make · Free-Tier: Ja — 1.000 Operations, 2 Szenarien · Bezahlter Einstieg: $9/Monat — 10.000 Operations · Mittlerer Plan: $16/Monat — 10.000 Operations · Abrechnung: pro Operation (Schritt)
Plattform: Zapier · Free-Tier: Ja — 100 Tasks, nur 2-Schritt-Zaps · Bezahlter Einstieg: ab $19,99/Monat · Mittlerer Plan: Team ab $69/Monat · Abrechnung: pro Task (Schritt)
n8n bietet zusätzlich einen Business-Plan (€667/Monat, 40.000 Executions) mit SSO und Git-Versionskontrolle sowie Enterprise-Konditionen auf Anfrage. Make und Zapier haben ebenfalls Enterprise-Stufen mit individueller Preisgestaltung.
Die praktische Lesart: Make hat den günstigsten bezahlten Einstieg. Zapier wird bei Skalierung am teuersten, weil jeder Schritt in jedem Multi-Step-Zap einen Task verbraucht. n8n ist bei hohen Volumen und komplexen Abläufen das günstigste Modell — und self-hosted sogar kostenlos in der Software-Lizenz (die Kosten verlagern sich dann auf euren Server und dessen Wartung).
**Schaut nicht auf den Einstiegspreis, sondern auf euer Volumen.** Rechnet vor der Entscheidung durch: Wie viele Abläufe, wie viele Schritte pro Ablauf, wie oft pro Monat? Multipliziert das mit dem Abrechnungsmodell. Genau dort entstehen die Kostenunterschiede — nicht beim Monatsgrundpreis.
Welche Plattform ist DSGVO-seitig die sichere Wahl?
Alle drei Plattformen lassen sich grundsätzlich DSGVO-konform betreiben — aber mit deutlich unterschiedlichem Aufwand und Restrisiko.
n8n bietet die höchste Datensouveränität. Self-hosted laufen eure Daten ausschließlich auf eurem eigenen Server — ihr bestimmt den Standort, im Extremfall sogar abgekoppelt vom Internet. Die n8n-Cloud läuft auf Microsoft Azure in Frankfurt, die Daten liegen also physisch in der EU. n8n ist SOC-2-zertifiziert, ein Auftragsverarbeitungsvertrag ist für die Cloud-Nutzung abschließbar.
Make hat seinen Hauptsitz in Prag — ein EU-Unternehmen, rechtlich und kulturell näher an DACH als ein US-Anbieter. Die Infrastruktur läuft jedoch auf Amazon AWS, und ein EU-Datacenter (eu1.make.com) ist verfügbar. Der Haken: Als Betreiber auf US-Cloud-Infrastruktur fällt Make theoretisch unter den US CLOUD Act. Für Betriebe mit streng schützenswerten Daten ist das ein Restrisiko, das man kennen sollte.
Zapier ist ein US-Unternehmen mit primär US-basierter Infrastruktur. Eine EU-Datenresidenz wird genannt, ist aber öffentlich nicht klar dokumentiert — mehrere Quellen ordnen sie als Enterprise-Funktion ein. Ein deutschsprachiges Büro oder DACH-Support gibt es nicht. Wer Zapier für DSGVO-relevante Daten einsetzt, sollte vorab schriftlich klären, ob und auf welchem Plan EU-Datenresidenz greift, und einen Auftragsverarbeitungsvertrag anfordern.
Die Faustregel für DACH-KMU: Geht es um Kundendaten, Personaldaten oder Finanzprozesse, ist n8n self-hosted die kompromissloseste Wahl. Wer es einfacher will und Cloud akzeptiert, fährt mit der n8n-Cloud (Frankfurt) oder Make im EU-Datacenter gut.
Welche Plattform passt zu welchem Betrieb?
Nicht die Funktionsliste entscheidet, sondern euer Betriebsprofil — Größe, IT-Ressourcen, Art der Abläufe.
Zapier passt, wenn: Ihr ein kleines Team ohne eigene IT seid, wenige und eher einfache Automationen braucht (unter etwa 1.000 Tasks im Monat) und eine ungewöhnliche App anbinden wollt, die nur Zapier unterstützt. Die Stärke ist die Geschwindigkeit bis zum ersten laufenden Ablauf — gemessen in Stunden, nicht Tagen.
Make passt, wenn: Ihr ein mittelständisches Team seid, komplexere Abläufe mit Verzweigungen und Filtern braucht, aber niemanden zum Programmieren habt — und auf die Kosten achtet. Make ist spürbar günstiger als Zapier bei vergleichbarem Volumen und der visuelle Baukasten kommt mit anspruchsvollen Szenarien klar.
n8n passt, wenn: Ihr IT-Ressourcen im Haus habt oder einen Partner, der die Einrichtung übernimmt — und wenn entweder DSGVO eine harte Anforderung ist oder eure Abläufe technisch tief gehen (eigene Datenbanken, Code-Logik, KI-Agenten). n8n ist auch die Wahl bei hohen Volumen, weil das Execution-Modell dann am günstigsten skaliert. Der Preis dafür ist die steilere Lernkurve.
Ein ehrlicher Hinweis: Die Lernkurve von n8n ist real. Ohne technische Begleitung wird ein Betrieb ohne IT-Affinität damit nicht glücklich — dann sind Make oder Zapier die bessere Wahl, auch wenn n8n auf dem Papier mehr kann.
Vergleich auf einen Blick
Kriterium: Abrechnung · n8n: pro Workflow-Execution · Make: pro Operation (Schritt) · Zapier: pro Task (Schritt)
Kriterium: Free-Tier · n8n: nein (14-Tage-Test) · Make: ja (1.000 Ops) · Zapier: ja (100 Tasks)
Kriterium: Self-Hosting · n8n: ja (Community kostenlos) · Make: nein · Zapier: nein
Kriterium: EU-Datenhosting · n8n: ja (Azure Frankfurt) · Make: ja (EU-Datacenter) · Zapier: eingeschränkt / unklar
Kriterium: Integrationen · n8n: ~1.784 · Make: ~1.500 · Zapier: 6.000–7.000+
Kriterium: Lernkurve · n8n: hoch · Make: mittel · Zapier: niedrig
Kriterium: Code-Fähigkeit · n8n: voll (JavaScript/Python) · Make: eingeschränkt · Zapier: minimal
Kriterium: Ideal für · n8n: tech-affine Betriebe, DSGVO, hohe Volumen · Make: mittelständische Teams, komplexe Flows, Kostenfokus · Zapier: Einstieg, einfache Flows, breite App-Abdeckung
Eine Anmerkung zu den Integrationszahlen: Zapiers Vorsprung ist beeindruckend, sagt aber wenig über die Tiefe. Viele Zapier-Konnektoren decken nur Grundfunktionen einer App ab, während Make und n8n pro Integration oft tiefer in die API gehen. Die Frage ist nicht „wie viele Apps", sondern „werden meine konkreten Apps gut genug unterstützt".
Die häufigsten Fehler bei der Tool-Wahl
Nur auf den Grundpreis schauen. Der Monatspreis ist der kleinste Hebel. Das Abrechnungsmodell — Executions, Operations, Tasks — entscheidet, was die Automatisierung bei echtem Volumen kostet.
Die Integrationszahl überschätzen. 7.000 oberflächliche Konnektoren nützen weniger als 1.500, die eure tatsächlich genutzten Apps tief unterstützen. Prüft eure konkreten Tools, nicht die Gesamtzahl.
DSGVO erst nach der Einführung prüfen. Wer Kundendaten durch eine Plattform schickt und erst danach fragt, wo die Server stehen, baut ein Risiko auf, das später teuer wird. Die Datenschutzfrage gehört vor die Toolwahl.
n8n ohne technische Ressourcen wählen. Self-Hosting klingt nach Kontrolle und Kostenersparnis — bedeutet aber laufenden Wartungsaufwand. Ohne IT-Ressource oder Partner wird daraus Komplexität ohne Gegenwert.
Nach Hype statt nach Use-Case entscheiden. n8n ist 2026 das Tool, über das am meisten gesprochen wird. Das macht es nicht automatisch zur richtigen Wahl für einen Drei-Personen-Betrieb mit fünf simplen Automationen.
- Es gibt keinen Gesamtsieger — die drei Plattformen bedienen drei verschiedene Betriebsprofile.
- Das Abrechnungsmodell (Execution vs. Operation vs. Task) bestimmt die Realkosten, nicht der Grundpreis.
- n8n ist die einzige Plattform mit Self-Hosting — und damit die kompromisslose Wahl bei harten DSGVO-Anforderungen.
- Zapier punktet bei Einfachheit und App-Abdeckung, wird aber bei Skalierung am teuersten.
- Make ist der kosteneffiziente Mittelweg für komplexere Workflows ohne Programmierung.
Was ihr konkret tun solltet
Bevor ihr euch festlegt: Listet die zwei oder drei Abläufe auf, die ihr zuerst automatisieren wollt. Für jeden notiert ihr die Anzahl der Schritte und wie oft er pro Monat läuft. Mit dieser Liste lässt sich für jede Plattform die Realkostenrechnung in wenigen Minuten machen — und die Entscheidung trifft sich fast von selbst.
Ein Wechsel später ist aufwendig: Workflows sind zwischen den Plattformen nicht portierbar, jede hat ihr eigenes Format. Ein Umstieg bedeutet Neubau. Deshalb lohnt es sich, die Wahl einmal richtig zu treffen, statt mit dem bekanntesten Namen zu starten.
Häufige Fragen zu n8n, Make und Zapier
Welche Plattform ist am günstigsten?
Das hängt vom Abrechnungsmodell und eurem Volumen ab. Make hat den günstigsten bezahlten Einstieg. n8n ist self-hosted in der Software-Lizenz kostenlos, verursacht dann aber Server- und Wartungskosten. Zapier ist bei wenigen Automationen konkurrenzfähig, wird bei Skalierung jedoch am teuersten, weil jeder Schritt in jedem Multi-Step-Zap zählt.
Ist n8n Open Source?
Nicht im strengen Sinne. n8n ist „Fair-Code" und läuft unter der Sustainable Use License: Der Quellcode ist einsehbar und modifizierbar, die interne Nutzung im eigenen Unternehmen ist kostenlos — untersagt ist nur, n8n als Backend eines eigenen kommerziellen Produkts weiterzuverkaufen. Für ein KMU, das n8n für sich selbst nutzt, ist die Self-Hosting-Variante kostenlos.
Welche Plattform ist DSGVO-konform?
Alle drei lassen sich DSGVO-konform betreiben. Die höchste Datensouveränität bietet n8n self-hosted, weil die Daten den eigenen Server nie verlassen. n8n-Cloud (Frankfurt) und Make (EU-Datacenter) sind solide Cloud-Optionen. Bei Zapier solltet ihr die EU-Datenresidenz vor dem Einsatz für sensible Daten ausdrücklich schriftlich klären.
Brauche ich Programmierkenntnisse?
Für Zapier nein, für Make kaum. Bei n8n hilft technisches Verständnis sehr — die Plattform ist darauf ausgelegt, dass man bei Bedarf Code einsetzt. Ohne IT-Affinität im Team ist n8n ohne externe Begleitung der schwierigste Einstieg.
Kann ich die Plattform später wechseln?
Technisch ja, praktisch ist es aufwendig. Workflows sind nicht zwischen den Plattformen übertragbar — jede nutzt ein eigenes Format. Ein Wechsel bedeutet, die Automatisierungen neu zu bauen. Deshalb lohnt sich eine saubere Erstentscheidung.
Quellen: Preis- und Produktangaben von n8n (n8n.io/pricing), Make (make.com/pricing) und Zapier (zapier.com/pricing) sowie deren Sicherheits- und Datenschutzdokumentation, Stand Mai 2026. Anbieterpreise und Pläne ändern sich — vor einer Entscheidung die aktuelle Preisseite prüfen.
Weiterführend: [KI-Automatisierung für KMU: der komplette Leitfaden →](/blog/ki-automatisierung-kmu-leitfaden-2025) | [5 Prozesse, die ihr sofort automatisieren könnt →](/blog/5-prozesse-sofort-automatisieren)
Unsicher, welche Plattform zu euren Prozessen passt? [Erstgespräch anfragen →](/erstgesprach)
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